Himmelfahrt? Himmelfahrt!

(Foto: Dr. Dirk Schinkel)

 

Himmelfahrt. Ein freier Tag, heiß ersehnt im Kalender, ein Brückentag, hoffentlich gutes Wetter und nicht so volle Autobahnen. Aber man kennt auch das: Himmelfahrt? Nein: Vatertag. Männer - in heutiger Zeit keineswegs mehr nur Väter - ziehen mit Bollerwagen und Bierfass ins Grüne. Da steht ein christlicher Feiertag, der an ein Wunder erinnert, wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten am Anfang eines verlängerten Wochenendes und am Rande des Vergessens. Himmelfahrt, was fangen wir damit an? Neulich hörte ich einen Witz, der mit Christi Himmelfahrt zu tun hat: Ein alter, sehr gelehrter Theologieprofessor traf bei einem festlichen Anlass einen jungen Naturwissenschaftler. Der nahm die Gelegenheit wahr und fragte den Theologen mit argloser Miene: "Wo liegt eigentlich der Himmel?" Der antwortete: "Weit, sehr weit - noch hinter dem Sirius" (ein sehr ferner Stern). "So. Und wie schnell ist Christus gen Himmel gefahren?" Der Theologe witterte jetzt Gefahr und meinte vorsichtig: "Christus wird wohl so schnell wie eine Kanonenkugel geflogen sein." Darauf erklärte der Naturwissenschaftler ganz sachlich: "Dann fliegt er ja noch." Wie dem auch sei, für mich ist entscheidend, was uns durch die Bibel bei Lukas in Kap. 24, 50-53 überliefert ist: "Jesus aber führte die Jünger hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf und segnete sie. Die Jünger aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude und waren jetzt allezeit im Tempel und priesen Gott." Der Segen Jesu als Gegenwart Gottes und die Freude der Jünger - das ist Himmelfahrt, nicht naturwissenschaftliche Fragen, ob und wie das alles wirklich passiert ist. Himmelfahrt stößt ein Fenster auf zur Welt Gottes, und dieses wird nie wieder verschlossen. In diesem Sinne einen schönen Feiertag! Viele Grüße aus dem Matthäus-Pfarrbezirk Paderborn von Pfarrer Schinkel.